Männergesundheitsbericht für Deutschland
Männer müssen oft genug erkennen, dass das starke Geschlecht eher doch das schwache ist: Der Mann stirbt durchschnittlich etwa sechs Jahre früher als die Frau, wird doppelt so häufig chronisch krank, hält von Vorsorgeuntersuchungen dennoch eher wenig und geht nicht selten an seine körperlichen und psychischen Grenzen.
Warum Männer jedoch krank werden und wie sie medizinisch versorgt sind, darüber fehlen belastbare Erkenntnisse. Zwar sind in Deutschland umfangreiche Daten über Gesundheit und Lebenssituationen der Bevölkerung verfügbar, allerdings werden diese bislang nicht für Fragen der Männergesundheit aufbereitet.
Die Stiftung Männergesundheit hat daher gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. die Initiative für einen deutschen Männergesundheitsbericht ergriffen: Bis Ende 2010 wollen wir den ersten Männergesundheitsbericht für Deutschland erstellen!
Der Pilotbericht liefert zunächst Impulse und Fragestellungen, und er wird die gesundheitliche Lage, die Gesundheitsversorgung, die Lebensweisen und das Gesundheitsverhalten von Männern darstellen. Insbesondere sollen Defizite in der männerspezifischen Gesundheitsförderung und der medizinischen Versorgung erörtert werden.
Hierzu haben wir kompetente Autoren gefunden: Dr. Matthias Stiehler vom Dresdner Institut für Erwachsenenbildung und Gesundheitswissenschaft e.V. und Professor Martin Dinges vom Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung führen in das Thema ein. Professor Doris Bardehle von der Universität Bielefeld gibt einen Überblick zur gesundheitlichen Lage der Männer. Das Sozialwissenschaftliche Institut Tübingen berichtet über die Gesundheit der Jungen und jungen Erwachsenen. Professor Uwe Paasch und Dr. Kurt Seikowski von der Universität Leipzig rücken die Erkrankungen des alternden Mannes in den Mittelpunkt. Die Berliner Polizeipsychologin Professor Birgitta Sticher beleuchtet das Risikoverhalten von Männern. Professor Johannes Siegrist von der Universität Düsseldorf beschreibt die sozialen Lebensumstände wie Arbeit, Familie und Obdachlosigkeit. Dr. Anne Maria Moeller-Leimkühler von der Universität München erläutert gemeinsam mit Professor Siegfried Kasper von der Medizinischen Universität Wien die häufig unterdiagnostizierten und unterversorgten psychischen Erkrankungen bei Männern. Professor Sabine Kliesch und Professor Michael Zitzmann vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie der Universität Münster thematisieren die geschlechtsspezifischen Erkrankungen des Mannes. Professor Theodor Klotz aus dem Klinikum Weiden geht auf weitere Krankheiten und das Metabolische Syndrom ein. Abgerundet wird unser Bericht durch Bewertungen und Handlungsempfehlungen, eine Übersicht zu Einrichtungen der Männergesundheit sowie Best-Practice-Modelle in Deutschland.
Seit der ersten Initiative für einen deutschen Männergesundheitsbericht im Jahr 2001 sind die politischen Entscheidungsträger noch immer zögerlich, männliche Gesundheitsprobleme zu akzeptieren und zielgerichtet zu beheben. Mit unserem Männergesundheitsbericht wollen wir daher vorrangig Wissenschaftler und medizinische Fachgesellschaften, Politiker und Krankenkassen ansprechen.






