Erster Männergesundheitsbericht - eine Pionierarbeit

Defizite aufzeigen und Impulse für Verbesserungen geben sind die Ziele des Pilotberichts, der erstmals männerspezifische Gesundheits-Aspekte umfassend beleuchtet.

Vernachlässigen Männer ihre Gesundheit oder werden sie in unserem Gesundheitssystem vernachlässigt? Sowohl als auch! Zu diesem Schluss kommt der Erste Deutsche Männergesundheitsbericht, den die Stiftung Männergesundheit gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. (DGMG) im Oktober 2010 veröffentlichte. Matthias Stiehler, Vorstand Soziales und Politik der DGMG, nennt den knapp 200 Seiten starken Report, der von der DKV Deutsche Krankenversicherung AG  unterstützt wurde, einen "Meilenstein". So gab es in Deutschland zu dem Zeitpunkt zwar umfassende Daten zu Gesundheitszustand und Lebenssituation der Bevölkerung, eine männerspezifische Aufbereitung dieser Informationen fehlte aber.

Probleme finden – und lösen

Der Erste Deutsche Männergesundheitsbericht schließt diese Lücke. In dem Pilotbericht untersuchen und analysieren insgesamt 19 Autoren – allesamt Experten aus den verschiedenen, für das körperliche und seelische Wohlbefinden des Mannes relevanten Bereichen – die gesundheitliche Lage, die medizinische Versorgung, die Lebensweise und das Gesundheitsverhalten von Männern in Deutschland. Einerseits werden Defizite in der bisherigen medizinischen Betreuung und Gesundheitsförderung erörtert. Auf der anderen Seite zeigt der Bericht aber auch Wege auf, um diese Probleme zu beheben, und setzt Impulse für künftige Forschungsvorhaben, die die Männergesundheit verbessern können.

Eines der zentralen Ergebnisse lautet: Männer müssen in gesundheitlichen Fragen anders informiert und versorgt werden als Frauen. Sie benötigen klare Aussagen und konkrete Handlungsanweisungen. Schriftliche Erinnerungen, die ab dem 50. Geburtstag vorgesehenen Untersuchungen zur Darmkrebs-Früherkennung wahrzunehmen, sind hier ein Beispiel von vielen.

Umdenken auf allen Ebenen

Veränderungen tun aber nicht nur im Bereich der medizinischen Versorgung und Information dringend not. Auch politisch und gesellschaftlich ist ein Umdenken erforderlich, das bereits mit der Erziehung beginnt. Denn in den Jungs-Jahren werden die Grundlagen für einen verantwortungsvollen, gesundheitsbewussten Umgang mit sich und dem eigenen Körper als erwachsener Mann gebildet. Der Erste Männergesundheitsbericht macht deutlich, dass das nach wie vor präsente Bild vom „starken Geschlecht“, das keine Zeichen von Schwäche zeigen darf, wesentlich zu einem höheren Gesundheitsrisiko bei Männern beiträgt. Eine Denkweise, die es ebenfalls zu verändern gilt: Um männlich zu sein, muss Mann keineswegs ein unverletztlicher Held sein, der Raubbau an der eigenen Gesundheit betreibt.

„Mit dem Ersten Deutschen Männergesundheitsbericht möchte die Stiftung Männergesundheit den gesundheitlichen Belangen der Männer nicht allein zu medizinischer, sondern auch zu mehr gesellschaftlicher Aufmerksamkeit verhelfen“ sagt Doris Bardehle, Koordinatorin des wissenschaftlicher Beirat der Stiftung. Die gleiche Intention, aber mit Fokus auf die psychische Gesundheit, verfolgt der zweite Gesundheitsbericht, der im April 2013 vorgestellt wurde. 2017 erscheint ein weiterer Männergesundheitsbericht, diesmal mit dem Schwerpunkt Sexualität.


Den Ersten Männergesundheitsbericht können Sie hier bestellen.

Informationen zum Männergesundheitsbericht 2013 finden Sie hier.

 

 

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