IBuTu I und II – Zusammenarbeiten für eine bessere Patientenversorgung

Wie gestaltet sich die Kooperation von Urologen und Krebsspezialisten und wie kann sie gefördert werden? Dem gehen Teil I und II der IBuTu-Studie auf den Grund.

Experten sind sich einig: Dass Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen Hand in Hand arbeiten, gilt bei der Behandlung und Versorgung von Menschen mit Krebserkrankungen als der Königsweg. Doch wie ist es um diese Kooperation zwischen den Disziplinen in der Realität bestellt, insbesondere bei den niedergelassenen Medizinern mit eigener Arztpraxis? Diese Frage wurde bislang noch nicht wissenschaftlich untersucht.

Um das zu ändern, hat die Stiftung Männergesundheit gemeinsam mit dem Bund Deutscher Urologen, dem Bundesverband niedergelassener Hämatologen und Onkologen und dem Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. Anfang 2012 die IBuTu-Studie gestartet. Die Teile I und II der Studie, die in Zusammenarbeit mit der zur Charité Universitätsmedizin gehörenden Berlin School of Public Health durchgeführt wurden, konnten im Dezember 2012 erfolgreich abgeschlossen werden.

Bessere Versorgung durch Kooperationen (IbuTu I)

IBuTu I untersucht, ob und inwieweit niedergelassene Urologen bei der Betreuung von Patienten mit dem Prostatakarzinom, als häufigste maligne Erkrankung bei Männern, mit Onkologen beziehungsweise Uro-Onkologen zusammenarbeiten. Um dies zu klären, wurden Fragebögen an insgesamt 1.925 in urologischen Praxen tätige Ärzte verschickt. Die hohe Rücklaufquote von 40 Prozent zeigt, dass großes Interesse an diesem Thema besteht.

60 Prozent der Befragten gaben an, mit einem Onkologen oder einem Uro-Onkologen zu kooperieren. Hauptgründe dafür waren Therapien, die in der eigenen Praxis nicht durchgeführt werden konnten sowie eine bessere Patientenversorgung durch eine gemeinsame Behandlung. So fällten mehr als drei Viertel der Teilnehmer therapeutische Entscheidungen zusammen mit dem Kooperationspartner. Von den Urologen, die eine Kooperation mit Kollegen eingegangen waren, zeigten sich 85 Prozent damit zufrieden oder sehr zufrieden. Besonders hoch schätzten sie dabei einen unbürokratischen Austausch zwischen beiden Seiten und die fachliche Kompetenz ihrer onkologischen Kollegen.

Ziel: Modelle für die interdisziplinäre Zusammenarbeit (IbuTu II)

In der zweiten Projektphase wurde die Zusammenarbeit genauer untersucht. Dazu wurden 21 sogenannter Tandems bestehend aus jeweils einem Urologen und einem Onkologen bzw. Uro-Onkologen interviewt, um mehr über die Qualität und Intensität der Kooperationen zu erfahren und Faktoren zu identifizieren, die sich positiv bzw negativ auf die Zusammenarbeit auswirkten. Dazu gehörte beispielsweise die räumliche Nähe der Praxen und eine direkte, effiziente Kommunikation.

Die Teilnehmer wurden in den Interviews gebeten, Wünsche und Vorschläge zur Verbesserung und Vereinfachung der gemeinsamen Arbeit zu äußern. Aus den Resultaten geht hervor, dass die Mehrheit der Befragten ein Verbesserungspotential in der Kommunikation zwischen den kooperierenden Ärzten sieht. Konkrete Vorschläge bezogen sich insbesondere auf den Einsatz von Web 2.0 Kommunikationskanälen. Daher ist es ratsam, sich bereits zum Kooperationsbeginn auf den Einsatz konkreter Kommunikationskanäle, wie z.B. den Austausch über Chat, Whatsapp oder per Mail, festzulegen, um die Zusammenarbeit so effizient wie möglich gestalten zu können.

Werden traditionelle Kommunikationskanäle, z.B. der postalische Weg, bevorzugt, sollte im Voraus festgelegt werden, welchen Inhalten und formalen Bestimmungen die gemeinsamen Arztbriefe genügen müssen.

Auch zeigten die Ergebnisse der Interviews, wie bedeutend eine zeitnahe Terminvergabe für den jeweiligen Kooperationspartner ist.

Die Ergebnisse der Teile I und II der IBuTu Studie wurden im Oktober 2014 im Fachmagazin BMC Cancer veröffentlicht.

Der dritte Teil der Studie startete im Juli 2013 und untersuchte, ob und inwieweit die Erkenntnisse der Altersmedizin (Geriatrie) bei der Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom nützlich sein können.

Nach erfolgreichem Abschluss von IBuTu III  wurden die Ergebnisse Im März 2018 veröffentlicht (Journal of Cancer Research and Clinical Oncology,
March 2018, Volume 144, Issue 3, pp 571–577: Risk factors for unplanned discontinuation of scheduled treatment in elderly patients with castration-resistant prostate cancer: results of the IBuTu study).


Download des Abschlussberichts

Zur Veröffentlichung der Studienergebnisse in BMC Cancer geht es hier.


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