IBuTu III – Prostatakrebs altersgerecht behandeln

Alterungsprozess und Gesundheitszustand einschätzen, um eine individuell maßgeschneiderte Therapie zu finden – das sind die Ziele von Teil III der IBuTu-Studie.

Maßgeschneiderte Behandlung für jeden Patienten

Dass es sich beim Altern um einen höchst individuellen Prozess handelt, macht Entscheidungen über die weiteren Behandlungsschritte in der Altersgruppe der über 70-Jährigen besonders komplex. Während der eine Patient noch so fit ist, dass er eine relativ aggressive Therapie gut übersteht, leidet ein anderer bereits unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen, was dann für eine eher schonende Vorgehensweise zur Behandlung der Erkrankung spricht.

Das Ziel des dritten Teils von IBuTu besteht darin, die Faktoren des individuellen Alterungs- und Gesundheitszustandes zu identifizieren, die mit einer erfolgreichen Therapie beziehungsweise einem vorzeitigen Abbruch der Behandlung zusammenhängen. Auf diese Weise soll die Studie Ärzte bei Ihren Therapieempfehlungen unterstützen und ihnen dabei helfen, für jeden Mann mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom eine angepasste Therapie zu finden.

Fokus auf Altersmedizin

Die IBuTu Studie startete Ende 2011 mit Teil I und II, die im Dezember 2012 erfolgreich abgeschlossen wurden. Sie nahmen die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Urologen und Onkologen bzw. Uro-Onkologen wissenschaftlich unter die Lupe. Anlass für IBuTu III ist das mangelnde Wissen über Einflussgrößen, die sich auf das Behandlungsergebnis von Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom auswirken. So wurde u.a. untersucht, ob und inwieweit die Erkenntnisse der Altersmedizin (Geriatrie) bei der individuellen Behandlung nützlich sein können. Damit reagierte die Stiftung Männergesundheit auf die demografische Veränderung unserer Gesellschaft, da Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium überwiegend bei Männern um das 70. Lebensjahr festgestellt wird.

Patienten im Alter von 70 Jahren und älter mit einem kastrationsresistenten Prostatakarzinom, bei denen eine neue Therapielinie begonnen wurde, sind in diese prospektive Kohortenstudie eingeschlossen worden. Ein Geriatrisches Assessment (CGA) wurde durchgeführt. Es schloss Komorbiditäten, Mobilität, einen funktionellen, mentalen und Ernährungsstatus, sowie ein Depressions-Screening ein. Zudem wurden die Schmerzintensität, die Lebensqualität, der ECOG-Performance-Status und die ärztliche Einschätzung des Gesundheitszustandes erfasst. Außerdem wurden die Patienten nach der Selbsteinschätzung ihres Gesundheitszustands befragt. Gründe und Faktoren, die mit einem Abbruch einer festgelegten Therapie assoziiert sind, wurden in einer uni- und multivarianten Analyse untersucht.

Nach Einschluss von 177 der geplanten 300 Patienten wurde die Studie aufgrund langsamer Rekrutierung vorzeitig abgebrochen. Die Daten von 160 Patienten konnten in die Auswertung eingeschlossen werden. Das mediane Alter betrug 77,5 Jahre. 46% der Patienten erhielten Chemotherapie, 54% eine Hormontherapie. Ein Therapieabbruch wurde bei 91 (57,6%) Patienten notwendig. Die Hauptgründe hierfür waren: Progress/Tod bei 63%, unerwünschte Wirkungen/Toxizität bei 22% und Zurückziehen der Einwilligung bei 8%. In der bivariaten Analyse waren ein Alter von 80 Jahren und älter, ein ECOG-PS von über 1, ein in der ärztlichen und der Selbsteinschätzung als eingeschränkt oder schlecht beurteilter Gesundheitszustand, ein eingeschränkter funktioneller und Ernährung-Zustand mit dem Therapieabbruch assoziiert. In der multivariaten Analyse verblieb eine Einschränkung in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL < 100) als einziger unabhängiger Faktor für einen Therapieabbruch (OR = 4.2 für Therapieabbruch; p<0.05).

Trotz der Einschränkungen, dass nicht die vorgesehene Zahl von Patienten eingeschlossen werden konnte, zeigen die Ergebnisse, dass ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung häufig war, und dass Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens ein signifikanter Risikofaktor für einen Therapieabbruch bei älteren Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom sind.

Die Ergebnisse der IbuTu III-Studie.


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