Prostatakrebs
| Wer ist besonders gefährdet? |
| Typische Beschwerden? Meist Fehlanzeige! |
| Früherkennung: Warum ist das so wichtig und wie läuft sie ab? |
| Die passende Behandlung Schritt für Schritt finden |
| Nicht jeder Tumor muss sofort behandelt werden |
| Prostatakrebs behandeln |
| Hilfe finden & weiterführende Links |
Wer ist besonders gefährdet?
Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Im Durchschnitt sind Betroffene bei der Diagnose etwas über 70 Jahre alt. Doch auch jüngere Männer können erkranken – vor allem, wenn nahe Verwandte betroffen sind.
Männer, deren Vater oder Bruder erkrankt ist, haben ein deutlich höheres Risiko. Dieses steigt weiter, wenn mehrere Angehörige betroffen sind oder die Diagnose in jungem Alter gestellt wurde. Auch bestimmte genetische Veränderungen können die Entstehung von Prostatakrebs begünstigen. (mehr dazu in Wissensreihe Männergesundheit 32: Genveränderungen bei Prostatakrebs).
Typische Beschwerden? Meist Fehlanzeige!
Im Frühstadium verursacht Prostatakrebs oft keine Beschwerden. Erst wenn er fortgeschritten ist, können Symptome auftreten wie:
- häufiges oder erschwertes Wasserlassen
- Blut im Urin oder Sperma
- Schmerzen im Rücken oder in den Knochen
Aber Vorsicht: Diese Symptome können auch andere Ursachen haben, etwa eine gutartige Prostatavergrößerung (siehe dazu Wissensreihe Männergesundheit 17: Gutartige Prostatavergrößerung – BPS). Die Ursache sollten Sie in jedem Fall in einer hausärztlichen oder urologischen Praxis abklären lassen!
Früherkennung: Warum ist das so wichtig und wie läuft sie ab?
Je früher Prostatakrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Weil die Erkrankung zu Beginn oft keine Beschwerden verursacht, ist die regelmäßige Früherkennung beim Arzt oder bei der Ärztin besonders wichtig. Leider wird Prostatakrebs noch bei vielen Männern erst entdeckt, wenn er bereits fortgeschritten ist. Dann ist die Behandlung meist aufwendiger und belastender. Es wird empfohlen, ab dem Alter von 45 Jahren urologische Vorsorgetermine wahrzunehmen, in deren Rahmen auch die Prostata untersucht wird. Diese Empfehlung gilt im besonderen Maße für Männer, auf die die genannten Risikofaktoren zutreffen.
Zur Früherkennung von Prostatakrebs wurde in der Vergangenheit meist eine rektale Tastuntersuchung durchgeführt. Dabei tastet die Ärztin/der Arzt die Prostata über den Enddarm ab. Die aktuellen ärztlichen Leitlinien der urologischen Fachgesellschaften empfehlen jedoch, insbesondere bei gesunden, jüngeren Männern auf diese Methode zu verzichten. Der Grund: Die Tastuntersuchung hat sich in der Vergangenheit als wenig zuverlässig erwiesen. Einerseits blieben vorhandene Tumoren häufig unentdeckt, andererseits kam es nicht selten zu Verdachtsbefunden, die sich später als unbegründet herausstellten. Diese mussten durch weitere Untersuchungen oder Eingriffe abgeklärt werden – was für die Betroffenen nicht nur körperlich belastend war, sondern auch unnötige Angst und Verunsicherung auslöste.
Darum empfehlen die aktuellen ärztlichen Leitlinien nun für Männer ab 45 Jahren ein mehrstufiges, risikoangepasstes Früherkennungs-Verfahren, in dem der PSA-Wert und gegebenenfalls bildgebende Untersuchungen die zentrale Rolle spielen:
1. Aufklärung: An erster Stelle steht – wie bei allen Krebsfrüherkennungsprogrammen – die Aufklärung durch die Ärztin/den Arzt über die Vorund Nachteile der Prostatakrebs-Früherkennung.
2. PSA-Test: Entscheidet sich der Mann für eine Prostatakrebs-Früherkennung, wird ihm die Bestimmung des PSA-Wertes angeboten. Der erste Wert dient als Basiswert. Er ist wichtig, um Veränderungen über die Zeit feststellen zu können. Außerdem gibt dieser Basiswert bereits einen ersten Hinweis auf das persönliche Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.
3. Erste Risikoabschätzung: Je nach Höhe des PSA-Wertes wird entschieden, wie es weitergeht:
• PSA-Wert liegt unter 1,5: Geringes Krebsrisiko – nächste Kontrolle in 5 Jahren.
• PSA-Wert liegt zwischen 1,5 und 2,99: Mittleres Krebsrisiko – Kontrolle alle 2 Jahre.
• PSA-Wert ist höher als 3: Hohes Krebsrisiko – weitere Abklärung erforderlich.
4. Weitere Abklärung: Zur weiteren Abklärung wird der PSA-Wert nach etwa drei Monaten erneut kontrolliert. Bleibt der Wert auffällig, sollte eine urologische Beratung erfolgen. Bestätigt sich dabei die Möglichkeit einer Krebserkrankung, wird eine Magnetresonanztomografie- Untersuchung (MRT) der Prostata durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein
bildgebendes Verfahren, bei der die Prostata detailliert von außen sichtbar gemacht wird – ganz ohne Röntgenstrahlung. Der Patient liegt dabei in einer Röhre, in der mit Magnetfeldern und Radiowellen präzise Bilder der Prostata entstehen. Diese Untersuchung hilft, unnötige Gewebeproben (Biopsie) zu vermeiden. Nur wenn das MRT auffällige Veränderungen zeigt oder wenn andere Faktoren wie etwa die PSA-Dichte (PSA-Wert im Verhältnis zur Prostatagröße) für ein erhöhtes Krebsrisiko sprechen, wird eine Gewebeprobe entnommen.
5. Gewebeproben (Biopsie): Zeigt die Bildgebung verdächtige Veränderungen, werden gezielt Gewebeproben aus der Prostata entnommen und untersucht. Dabei wird mit einer feinen Nadel über den Enddarm oder den Damm (in der Regel unter örtlicher Narkose) kleine Proben aus der Prostata entnommen. Die Proben werden anschließend von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Pathologie untersucht. So kann genau festgestellt werden, ob Krebszellen vorhanden sind, wie stark sich die Tumorzellen von normalen Zellen unterscheiden und wie aggressiv der Tumor ist.
Hilfe finden & weiterführende Links
Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfegruppe (BPS) bietet umfangreiche Informationen. Ob medizinische Fragen, Tipps zu Recht und Soziales oder die Adresse einer Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe, hier finden Sie Unterstützung – telefonisch über die gebührenfreie Hotline 0800-7080123 oder online www.prostatakrebs-bps.de.
Die „S3-Leitlinie Prostatakarzinom“ (Version 8.1, August 2025) ist unter folgendem Link einzusehen:
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/2025-08-22_LL_Prostatakarzinom_Langversion_8.1.pdf
Patientenportal der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU):
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/
Prostatakrebsspezifische Abkürzungen und Fachausdrücke finden Sie hier:
https://prostatakrebs-bps.de/kisp/abkuerzungen.pdf
Wegweiser Prostatakrebs:
www.wegweiser-prostatakrebs.de




