Hörschäden durch Kopfhörer - „Hör gut!“ klärt Schüler auf

Das Projekt „Hör gut!“ macht Jugendliche auf die Gefahren von häufigem, lautem Musikhören über Kopfhörer aufmerksam und erklärt, wie sie Hörschäden verhindern können.

Kopfhörer sind definitiv im Trend. Viele Teenager gehen nicht mehr ohne aus dem Haus. Schließlich ist auf dem Smartphone oder dem MP-3-Player jede Menge Platz für Lieblingssongs, die dann immer und überall abgespielt werden können – gerne in voller Lautstärke. In einer Untersuchung des Umweltbundesamtes in Berlin gaben elf Prozent der befragten 8- bis 14-Jährigen an, den Lautstärkeregler ihres Musikplayers immer am oberen Anschlag zu haben. Welche gravierende Folgen solche Lärmabenteuer für das Hörvermögen haben können, ist wohl nur den wenigsten Kids und Teens bewusst.

Schwerhörigkeit als Langzeitfolge

Denn insbesondere die Mini-Kopfhörer, die direkt ins Ohr platziert werden, erreichen oft einen Schalldruckpegel von 100 Dezibel (dBA) und mehr. Zum Vergleich: 80 dBA entsprechen dem Verkehrslärm an einer stark befahrenen Straße, 100 dBA dem Geräusch eines Presslufthammers in einem Meter Entfernung. Alles ab 85 Dezibel ist schädlich für das Gehör. Kommt mehr Lärm an den Haarzellen im Innenohr an, regeln sie ihre Empfindlichkeit automatisch herunter – und der Mensch hört vorübergehend schlechter. Diesen Temporary Treshold Shift oder kurz TTS genannten Effekt kennt jeder, der schon einmal bei einem Rockkonzert nah an den Boxen stand.

Wird das Gehör aber zu häufig solchen Geräuschpegeln ausgesetzt, kommt es zu bleibenden Schäden. Der temporäre Hörverlust geht in einen permanenten über, der häufig noch von einem Tinnitus begleitet wird. Gerade für Kinder ist es schwierig, die Gefahren hoher Lärmbelastung richtig einzuschätzen, da sich die gesundheitlichen Folgen schleichend einstellen. Wer sich als in der Jugend zu häufig und zu lange mit lauter Musik beschallt, riskiert als Erwachsener schwerhörig zu werden. Dann allerdings ist es zu spät, um etwas dagegen zu unternehmen!

Aufklärung an Schulen

Deshalb startet die Stiftung Männergesundheit mit dem Projekt „Hör gut!“ eine Aufklärungskampagne für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10. In einstündigen Workshops an Schulen in Thüringen werden die Kinder und Jugendlichen auf die gesundheitlichen Risiken von ständigem und zu lautem Musikkonsum aufmerksam gemacht. Um einen nachhaltige Wirkung zu erreichen, werden – ähnlich wie bei der Sucht-Prävention – Betroffene von ihren Erfahrungen und den Einschränkungen in Beruf und alltäglichen Leben, die sich durch Schwerhörigkeit und Tinnitus haben, berichten. Zudem bekommen die Kids und Teens erklärt, wie sie Hörschäden vorbeugen können - zum Beispiel durch den Kauf von Kopfhörern mit einer Begrenzung des Schalldruckpegels.

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